Umbau unserer Kirche

Wir bauen….. (aber wann)
Ein Samenkorn in der Erde durchläuft unterschiedliche und weitestgehend unsichtbare und unbemerkte Prozesse und Entwicklungsstufen bis dann eines Tages der Sprössling an der Oberfläche sichtbar wird. Dieses Bild des Keimlings und der wachsenden Pflanze beschreibt auch den Bau unseres neuen Gemeindezentrums zutreffend. Obwohl keine Baumaschinen, keine Handwerker und keine Baugrube zu sehen sind, hat sich am „Samenkorn Bau“ einiges getan und es wird sich noch vieles tun sobald es die „Wachstumsbedingungen“ zulassen.
Keimphase
Die ersten Planentwürfe des Architekturbüros wurden ergänzt, angepasst und optimiert. Die flexible Erweiterung des Kirchenraumes in das neue Foyer mit einem Wanddurchbruch wurde vom KV und Bauausschuss beschlossen. Die Planung der Außenanlagen steht nach mehreren gemeinsamen Überarbeitungszyklen. Das Brandschutzkonzept wurde vom Landratsamt in einer überarbeiteten und angepassten Form genehmigt. Das Staatliche Bauamt hat das Bauprojekt genehmigt und zur Umsetzung freigegeben. Ein realistisches, gemeindespezifisches Finanzierungskonzept wurde vom Dekanat ausgearbeitet und vom Landeskirchenamt angenommen. Die Landeskirche wird das Bauprojekt mit etwas mehr als 40% -dem derzeit möglichen Höchstsatz- bezuschussen. Die Gelder sind im mehrjährigen Finanzplan der Landeskirche eingestellt. Der Förderkreis und das Fundraising-Team sind regelmäßig aktiv. Durch die vielfältigen Aktivitäten -Mitgliedsbeiträge, Kuchenverkauf, Flohmarkt, Weinverkauf, Benefizkonzert, Sponsorenlauf….- werden regelmäßige Einnahmen erzielt. Zusammen mit eingegangenen Spenden konnten alle bisherigen Ausgaben aus Eigenmitteln finanziert werden.
Spross-/ Realisierungsprozess
Der Keimprozess ist abgeschlossen und der Bausprössling hätte sich mit Hilfe von Baufirmen bereits ausbilden und bis zum Jahresende sichtbar emporwachsen können. Für den Rohbau wurden alle Gewerke ausgeschrieben und Angebote bei jeweils bis zu zwanzig Firmen eingeholt. Der geschlossene Rohbau sollte nach Vorgabe bis Ende des Jahres fertig stehen. Das Ergebnis der Ausschreibungen war allerdings sehr ernüchternd. Die Rücklaufquote mit Angeboten lag z.T. bei weniger als 10%. Pro Gewerk wurden nur ein oder max. zwei Angebote abgegeben. Diese Angebote lagen dabei bis zu 40% über dem Planansatz und ein fertiger, wintersicherer Rohbau in diesem Jahr war firmenseitig nicht realisierbar.
Die Baufirmen sind derzeit alle voll ausgelastet. Nach Rücksprache mit den Firmen ist dies der Hauptgrund für die geringe Anzahl von abgegebenen Angeboten neben der vorgesehenen Fertigstellung des Rohbaus noch in diesem Jahr. Nach Aussagen des Dekanats Kempten ist dies keine Sondersituation die nur Marktoberdorf betrifft. Für ein anderes Bauprojekt im Dekanat wurden z.T. gar keine Angebote abgegeben.
Konsequenzen
Nach gemeinsamer Bewertung der Situation und der Beratung möglicher Maßnahmen hat der Bauausschuss und das Architekturbüro gemeinsam beschlossen, die erste Ausschreibungsrunde zu annullieren. Die Kostensteigerungen sind nicht akzeptabel und eine erfolgversprechende Verhandlungsbasis war aufgrund der Angebotssituation nicht gegeben. Das Architekturbüro wurde beauftragt, mit allen Firmen nochmals zu sprechen, um deren Rahmenbedingungen für ein positives Angebot auszuloten. Dies ist zwischenzeitlich geschehen und die Erkenntnisse werden im weiteren Ablauf berücksichtigt. Die zweite Ausschreibungsphase startet im September dieses Jahr. Das Feedback der Firmen wird dabei weitestgehend berücksichtigt. Zielvorgabe für den Baubeginn soll Q1 2020 sein. Wir erhoffen uns von diesen Maßnahmen einen positiven Angebotseingang auf dessen Basis dann die Vergabe der einzelnen Gewerke zügig erfolgen kann.
Bauprojekt und Gemeindeaufbau -zwei Seiten einer Medaille
Das neue Gemeindezentrum schafft die baulichen, räumlichen und äußeren Rahmenbedingungen zum weiteren Aufbau und zur Absicherung einer zukunftsorientierten Gemeindearbeit. Die „lebendige Inneneinrichtung“ in Gestalt von Gruppen, Kreisen, Gottesdiensten, Begegnungen und vielfältigen spezifischen Angeboten nutzt den Bau und erfüllt ihn mit Leben. Zwei Seiten einer Medaille, die zusammengehören. Ich bin überzeugt, dass bei der großen Anzahl von Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern und Gemeindegliedern unserer Gemeinde noch viel Potenzial für „Eigenleistung“ sowohl für den Bau als auch für den Gemeindeaufbau vorhanden ist und eingebracht werden kann. Ein sehr wesentlicher und positiver Impuls wird davon ausgehen, wenn immer mehr Menschen von unserer Gemeinde und unserem Bauprojekt sprechen und daraus dann das eigene Handeln und den eigenen Beitrag ableiten.

Hans Heinle
Vertrauensmann des Kirchenvorstandes stv. Vorsitzender des Bauausschusse